12.07.2010
Die EU hat laut Finanzminister Josef Pröll bewiesen, dass sie “in einer der schwersten Krisen handlungsfähig ist, auch mit manchen Hoppalas”. Trotzdem sollte man nicht alle Vorsicht fallen lassen.
Vor Beginn der Gesprächsrunde der 27 EU-Finanzminister unter Leitung von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und der anschließenden Sitzung der Euro-Gruppe antwortete Pröll am gestrigen Montag (12.07.2010) in Brüssel auf die Frage, ob im Bedarfsfall Gelder aus dem milliardenschweren Rettungspaket für verschuldete Euro-Länder auch für in Schwierigkeiten befindliche Banken verwendet werden könnten: “Wir haben genügend Spielraum, falls es notwendig ist, wir sehen aber diese Notwendigkeit nicht, um das klar und deutlich zu sagen” so Pröll. Anlass ist die Veröffentlichung der Ergebnisse einer europaweiten Bank-Analyse (Stresstest).
Die österreichischen Banken würden laut Pröll bei dem Stresstest in normalem Maß bewertet. Unter den Prüflingen sind die Erste Bank und die Raiffeisen Zentralbank Oesterreich (RZB). Einen Bedarf an staatlichen Finanzspritzen als Konsequenz aus dem Testergebnis sei derzeit nicht zu erwarten, sagte Pröll. Doch könnte im Notfall auf die Mittel des staatlichen Bankenrettungsfonds zurückgegriffen werden. Das Volumen von 15 Milliarden Euro sei erst knapp zur Hälfte ausgeschöpft.
Hintergundwissen zu Stress Tests bei Banken
Economist James Galbraith on bank stress tests – 07 May 09




